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Forschungsprojekt zum Völkermord in Kambodscha, 1994 – 2012

Der Genozid in Kambodscha, dem in den Jahren zwischen 1975 und 1979 ungefähr 1,7 Millionen Menschen zum Opfer fielen, was 21% der damaligen Gesamtbevölkerung Kambodschas entspricht, zählt zu den größten menschlichen Tragödien des vergangenen Jahrhunderts. Wie vorher bereits im Osmanischen Reich während des Völkermordes an den Armeniern und in Nazi Deutschland, aber auch in jüngerer Zeit in Osttimor, Guatemala, dem früheren Jugoslawien und Ruanda, verbanden die Khmer Rouge unter der Führung von Pol Pot den Extremismus einer Ideologie mit Rassenhass und teuflischer Menschenverachtung. Auf diese Weise verursachten sie ein bis dahin unbekanntes Ausmaß an Terror und Elend, deren fürchterlichster Ausdruck die von den Khmer Rouge verübten Massenmorde bleiben. Am 18. Juli 2007 stellte der internationale Gerichtshof, den die UNO und Kambodscha in Phnom Penh gebildet hatten, nach Prüfung der Indizien fest, dass es unter Pol Pot zu Verbrechen gegen die Menschheit, Völkermord, schweren Verstößen gegen die Genfer Konvention, Mord, Folter und religiös motivierter Verfolgung gekommen war.


Das Forschungsprojekt zum Völkermord in Kambodscha (CGP) ist ein Projekt des Zentrums für Genozidforschung oder Genocide Studies Program (GSP) am MacMillan Center for International and Area Studies der Yale Universität. Seit seiner Gründung im Jahr 1994, arbeitet das CGP daran, die Tragödie des Völkermordes in Kambodscha so exakt wie nur möglich zu dokumentieren und dazu beizutragen, dass die Verantwortlichen für die Verbrechen des Pol Pot Regimes identifiziert werden. So erhielt das Projekt 1996 zum Beispiel Zugang zum Archiv der Santebal, der Sicherheitspolizei der vertriebenen Khmer Rouge in Phnom Penh. 100 000 Seiten von Akten konnten inzwischen auf Mikrofilm erfasst werden und sind heute über die Sterling Memorial Library der Yale Universität für Forscher in der ganzen Welt zugänglich. Bis zum Januar 2008 konnte das Projekt außerdem 22 000 biographische und bibliographische Nachweise zusammentragen und diese zusammen mit 6000 Fotografien sowie weiteren Dokumenten, Übersetzungen, Landkarten und einer umfassenden Forschungsbliographie zum Thema zugänglich machen. Über die Cambodian Geographic Database (CGEO), eine interaktive Datenbank lassen sich Informationen über Kambodschas 13.000 Dörfer, über die 115.000 Zielgebiete der US Luftwaffe, die das Land in den Jahren 1965 bis 1975 in 231.000 bombadierte, über das Gefängnissystem der Khmer Rouge (1975-1979), über 309 Tötungszentren mit schätzungsweise 19.000 Massengräbern und über 39 Gedenkstätten für die Opfer des Völkermordes, die nach 1971 an verschiedenen Stellen des Landes entstanden sind, abrufen. Die Internetseite des Forschungsprojektes hat mehrere Preise gewonnen.

Die genannten Informationen und weitere Erträge unserer Forschung lassen sich über die Links auf dieser Seite ansteuern.

 

 

 

 
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