Einführung in das
"Programm über den Genozid in Kambodscha"
Der Voelkermord in Kambodscha, der mindestens 1,7 Millionen Menschen das Leben kostete, gilt als eines der schlimmsten Tragoedien in der modernen Menschheitsgeschichte. Wie in Nazi-deutschland, Jugoslavien und Ruanda, verursachte auch in Kambodscha politischer Extremismus durch die Missachtung des menschlichen Lebens Repression, Elend und Morde in einem hohen Ausmass. Obwohle der Voelkermord in Kambodscha etwas Einmaliges war, blieb er fuer viele Jahre zu einem Grossteil undokumentiert und nun werden Untersuchungen gestellt, um die Verantwortlichen (Taeter) vor Gericht zu bringen.
Im Dezember 1994 erhielt das "Programm ueber den Genozid in Kambodscha" (CGP) der Yale Universitaet $499.000 vom Office of Cambodian Genocide Investigations, Bureau of East Asia and the Pacific, U.S. Departement of State. Das CGP begann daraufhin sofort mit der Dokumentationsarbeit ueber den Massenmord in Kambodscha waehrend des Regimes des "Demokratischen Kampuchea", das zwischen 1975 und 1979 von Pol Pot angefuehrt wurde. Ziele der CGP sind:
1. Sammeln und Bearbeiten aller aus der Zeit erhaeltlichen Informationen.
2. Diese Informationen fuer Gerichte oder Tribunale zugaenglich zu machen, um Kriegstaeter ausfindig zu machen.
3. Ein kritisch-analytisches Verstaendnis ueber den Genozid zu erzeugen und dies somit zur Vorbeugung gegen Massenmorde anderswo auf der Welt dienen soll.
Kurz zusammengefasst sind die Aktivitaeten des CGP in vier Kategorien geteilt: Dokumentieren, Vorbeugen, recherchieren und Trainieren.
Das CGP begann seine Arbeit zu einem politisch guenstigen Zeitpunkt in Kambodscha und den Recherchen standen kaum mehr Hindernisse im Weg. Nach dem Kalten Krieg endete das von den USA ueber Kambodscha verhaengte diplomatische und wirtschaftliche Embargo. Der Informations- und Ideenaustausch konnten international stattfinden. Die UNO-Mission, die die demokratischen Wahlen in Kambodscha im Jahre 1993 beobachten sollte rief eine politische Isolation der Roten Khmer hervor. Die Roten Khmer erscheinen noch immer in mancher Hinsicht als stimmenstarke und fuer viele auch eine glaubwuerdige politische Partei.
In 1994 uebernahmen schliesslich der Us Kongress den Gerichtsakt des Voelkermordes in Kambodscha, um das Engagement der amerikanischen Regierung – Gerechtigkeit fuer die Opfer des Genozids – zum Ausdruck bringt. Zum Ersten Mal sind sich die kambodschanische Regierung und die internationale Gemeinschaft in Hinsicht auf den Genozid einig. So findet die Arbeit des "Programms ueber den Genozid in Kambodscha"sowohl in als auch ausserhalb Kambodschas grosse Unterstuetzung und erscheint zeitgerecht.
Mittels der Nutzung von Ressourcen, die ueber 20 Jahre der achtsamen Glehrsamkeit an einem kritischen Moment in kambodschanischer und internationaler Politik darstellen – schliesst das CGP einen weiten Umfang an Quellen mitein, um das soziale und politische Umfeld in der beinahe ein Fuenftel der Bevoelkerung Kambodschas starben. Ein genaues Bild ueber den Genozid in Kambodscha ist dringend notwendig – nicht nur um fuer das Verstaendnis zu untermauern, sondern auch um es fuer zahlreiche Khmer, internationale Wisenschaftler und legale Experten zugaenglich gemacht. Die fortlaufende Arbeit des CGP und dessen seit kurzem unabhaengigen Partner "Das Dokumentationszentrum" (Documentation Center of Cambodia, DC-Cam) fuellt nicht nun eine wesentliche Kluft in den erhaeltlichen wissenschaftlichen Ressourcen ueber den Genozide in Kambodscha, sondern die Arbeit wird auch in Zukunft als wichtiges Vorbild fuer Forschungen ueber Voelkermordsvergehen dienen. Ausserdem ist das CGP fuer die Gestaltung der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen eine grosse Unterstuetzung sein und wird vorraussichtlich dem internationalen Tribunal eine Hilfe sein. Die einflussreichen Werkzeuge/Mittel , die das CGP im Interesse der Dokumentation und Justiz zusammensetzt – sowohl in Kambodscha als auch in der Welt – stellt ein bis jetzt noch nicht vorgekommenes Ziel dar, zu Gelehrsamkeit, State-of-the-art-Technology und international legale Instrumente zu kombinieren, um eines der schlimmsten menschlichen Tragoedien im 20. Jahrhundert zur Debatte zu stellen.
